Die liebe Cellulite

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Die liebe Cellulite

 

Cellulite erkennen

 
Der erste Schritt am Anfang einer Cellulite-Behandlung ist immer derselbe. Bevor ich überhaupt etwas mache, will ich in einem Gespräch mit der Kundin herausfinden, was ihr Kummer macht. Weshalb ich das wissen will, ist naheliegend. Fett, Cellulite und Wasser-Retention haben weder denselben Ursprung noch dieselbe physiologische Struktur. Eine Methode kann für das eine Problem sehr effizient sein und für das andere wirkungslos bleiben.
 
Die genaue Lokalisation von Fettdepots und Rundungen ist auch sehr wichtig. Bauchfett wird anders behandelt als die Cellulite an den Beinen oder an den Armen (Ja, das gibt es auch).
 

Frau mit Cellulite, Orangenhaut

© Deklofenak – Fotolia.com


 

Cellulite und andere Fettdepots

 
In meiner Praxis in Winterthur berate ich sehr viele Frauen, die mit ihrer Silhouette nicht zufrieden sind. Sehr oft geht es um eine klassische Cellulite: Eine oberflächliche Fettschicht, besonders hartnäckig und direkt unter der Haut, die ihr eine gewellte Oberfläche verleiht. Rund 90% der Frauen sind davon betroffen. Häufig auch beklagen sich die Frauen über unerwünschte Rundungen und Fehlproportionen.
 
Immer wieder erzählen mir diese Frauen dasselbe: Trotz gesundem Lebensstyl (ausgewogene Ernährung, Bewegung) bleiben Rundungen um Hüfte, Oberschenkel oder Knie hartnäckig unverändert. Sie sagen mir, dass Diäten und Sport diese typischen weiblichen Probleme nicht beeinflussen. Hingegen schmilzt das Fett dort, wo sie es gerne behalten würden, an den Brüsten und an den Wangen.

Fettdepots – um die menschliche Gattung zu erhalten

 
Diese typischen weiblichen Fettzonen kann man auch als „sekundäre sexuelle Merkmale“ der Frau betrachten. Ich meine damit, dass sie zum „Frausein“ gehören und ich sage das ohne Ironie. Diese Fettdepots sind vor allem um das Becken lokalisiert und sind nichts anderes als Energiereserven in Zeiten von Mangel und Entbehrung. Sie können dann helfen, eine Schwangerschaft erfolgreich abzuschliessen oder ein Neugeborenes während der Stillzeit zu ernähren. Hierzulande ist das Risiko einer Hungersnot zwar sehr gering, aber diese Schutzmechanismen funktionieren immer noch hervorragend.
 

Fett speichern und verbrennen

 
Es besteht oft ein Ungleichgewicht zwischen dem, was wir essen und dem, was wir zum Leben brauchen. Wenn wir weniger essen als wir verbrennen, nehmen wir ab, im schlimmsten Fall verhungern wir. Wenn wir mehr Energie zu uns nehmen, als wir verbrennen, wird der Überschuss in Form von Fett gespeichert. Bei den meisten Frauen wird dieses Fett unter dem Einfluss der weiblichen Hormone in der unteren Hälfte des Körpers gespeichert. Warum?
 
Einige Zonen des weiblichen Körpers, zum Beispiel Becken und Hüften, sind besonders empfänglich für diese Fettspeicherung. Die Fettzellen (Adipozyten) kommen dort in grosser Zahl vor. Nicht nur das! Diese Fettzellen sind sehr arbeitsfreudig, wenn es um das Speichern geht. Sie stellen sich aber taub, wenn sie die gespeicherte Energie freisetzen sollten (Stress, Diät, Sport). Einmal installiert, schläft dieses Fett ein und ist dann Ursache für Fettdepots, unerwünschte Rundungen und Wülste.
 
Näher an der Hautoberfläche ist das Fett in ein derbes Gewebe eingeschlossen, unzugänglich für den normalen Stoffwechsel und für die Fettverbrennung. Das ist die berüchtigte Cellulite!
 
Weil die Natur diese weiblichen Fettzonen für die Erhaltung der menschlichen Gattung vorgesehen hat, hat sie dafür gesorgt, dass dieses Fett nicht so schnell abgebaut werden kann. Auch nicht mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung. Das macht Sinn, nicht?
 
Und jetzt wird klar, warum so viele Frauen frustriert sind.
 

Das Sieger-Trio gegen Cellulite

 
Warum immer noch den Fokus auf Sport und Ernährung richten, wenn wir doch wissen, dass die weiblichen Fettdepots, die Cellulite und die Dellen dafür unempfindlich sind? Ernährung und Sport sind sehr wichtig, keine Frage. Wenn es um Übergewicht geht, sind sie sogar die zwei Methoden der Wahl. Niemand wird das ernsthaft bestreiten.
 
Sport ist für eine gesunde und wohlgeformte Muskulatur, für eine gute Haltung, für die Beweglichkeit, das Herz und und und … unentbehrlich. Kein Zweifel. Eine ausgewogene Ernährung ist auch sehr sinnvoll für den ganzen Organismus, für gute Gesundheit, für gutes Aussehen und und und……
 
Aber Sport und Ernährung allein werden weder gegen die Orangenhaut, noch gegen die spezifischen, sehr lokalen Fettdepots der Frau, wie Reiterhosen, Oberschenkelinnenseite, Knieinnenseite, Unterbauch etwas ausrichten können. Viele Frauen wissen das aus eigener Erfahrung. Sie vielleicht auch?
 
Und trotz allem sage ich Ihnen hier: Für eine erfolgreiche Cellulite-Behandlung sind Sport und Ernährung als Begleitmassnahme unverzichtbar. Aber um die Cellulite in den Griff zu bekommen brauchen Sie ein drittes Element – eine mechanische Stimulation. Was das genau bedeutet, werden Sie hier in den nächsten Wochen erfahren.
 
 
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Haben Sie Cellulite – oder nur Fett? Teil 1
 
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2012-08-15T09:41:59+02:0015 Aug 2012|Cellulite|0 Kommentare

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