Cellulite: Was Sie schon immer wissen wollten! Teil 3

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Cellulite: Was Sie schon immer wissen wollten! Teil 3

 
 

Cellulite ist nicht gleich Cellulite

 
Mit einem einfachen Kneif-Test können Sie die Ausprägung der Cellulite feststellen. Dabei kneifen Sie die Haut an den Oberschenkeln zwischen Zeigefinger und Daumen zusammen. Nun halten Sie Ausschau nach Dellen.
 
Mit einem einfachen Kneif-Test können Sie die Ausprägung der Cellulite feststellen.
 
Es gibt verschiedene Stufen oder Schweregrade von Cellulite. Die Profis arbeiten oft mit der sogenannten Nürnberger und Müller Skala. Machen Sie es Ihnen nach!
 
 

Die Stadien der Cellulite nach Nürnberger und Müller

 

  • Stadium 0
    Es ist keine Cellulite zu sehen. Selbst wenn Sie die Haut kneifen, bleibt sie glatt und straff. Freuen Sie sich, Sie brauchen nicht weiter zu lesen ☺
  • Stadium 1
    Die Cellulite ist nur erkennbar, wenn Sie die Daumen und Zeigefinger beider Hände spreizen, auf den Oberschenkel legen und die Haut dazwischen zusammen schieben.
  • Stadium 2
    Hier brauchen Sie den Kneiftest nicht. Die sogenannte Orangenhaut ist spontan sichtbar, solange Sie stehen. Im Liegen zeigt Ihre Haut aber keine Veränderung. Sie ist dann glatt.
  • Stadium 3
    Ob Sie liegen oder stehen, die Dellen im Gewebe sind ohne Kneiftest sichtbar.

 
 

Klassifikation der Cellulite

 
Das Stadium der Cellulite gibt über deren Ausprägung Auskunft. Sie wissen also, welches Stadium der Cellulite Sie haben, aber noch nicht welche Art der Cellulite. Um eine effiziente Behandlung der Orangenhaut zu gewährleisten, ist aber gerade diese Frage entscheidend.Im Teil 2 haben wir gesehen, dass die Hauptursache der Cellulite in der Speicherung von Fett in der Unterhaut liegt. Zusätzlich können noch zwei Faktoren eine mehr oder weniger grosse Rolle spielen. Die Speicherung von Wasser und die Fibrose.
 
Es geht also darum zu evaluieren, wie massgebend die drei Hauptfaktoren der Cellulite im Einzelfall sind.
 

die ödematöse, die adipöse und die fibröse Cellulite.

© Francis Dercourt 2012


 
Je nachdem, ob der eine oder der andere Faktor vorherrscht, werden wir drei unterschiedliche Cellulite-Arten unterscheiden:
 
– die ödematöse Cellulite

– die adipöse Cellulite

– die fibröse Cellulite
 
Es kann vorkommen, dass zwei Faktoren etwa gleich ausgeprägt sind. Wir sprechen dann von Mischformen. In der Regel sind es die adipo-ödematöse Cellulite (Fett mit Wasserspeicherung) oder die adipo-fibröse Cellulite (Fett mit Verhärtungen).
 
 

Wie kommt es zu Wasserretention im Gewebe?

 

Vorab einige Zahlen

 
Der Körper einer Frau mit 55 kg Gewicht enthält etwa 30 Liter (30 Kilo) Wasser. Drei Fünftel davon, sprich 18 Liter, ist das intrazellulare Wasser. Dieses Wasser ist Bestandteil von Muskeln, Knochen, Organen oder auch der Haut. Vier Liter „extrazellulares“ Wasser fliessen im Blut, im Speichel und im Rückenmark.
 
Es bleiben also acht Liter interstitielles Wasser. Diese acht Liter Wasser bilden die Putzequipe, die unsere Zellen baden und „waschen“. Diese Flüssigkeit sollte im Idealfall immer in Bewegung sein.
 

Wasserretention

 
Tagtäglich verlassen 20 Liter Wasser unsere Arterien und werden von unseren Venen und Lymphgefässen resorbiert. Damit alles reibungslos funktioniert, muss die Menge an austretendem Wasser (Filtration) ganz genau der Menge entsprechen, die wieder resorbiert wird (Resorption).
 

Filtration und Resorption

Ist das Gleichgewicht gestört, stagniert die Flüssigkeit im Gewebe. Ursachen dafür können sein:
 

  • Die Venen oder die Lymphgefässe mögen ihre Arbeit nicht bewältigen, sie nehmen zu wenig Wasser auf. Die Resorption ist ungenügend.
  • Die Arteriolen sind zu durchlässig, es tritt zu viel Wasser aus. Die Filtration ist erhöht.

 
Wir sprechen von Wasserretention, wenn die Resorption kleiner als die Filtration ist. Das angestaute Wasser kann den unteren Teil des Körpers genau so gut deformieren wie Fett.
 
Wichtig: Wir sprechen hier nur von harmlosen Formen von Wasserretention. Es gibt auch Ödeme, die auf Grund einer Pathologie bestehen. Diese müssen von einem erfahrenen Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihrem Arzt!
 

Hauptursachen der Wasserretention

 
Eine Wasserretention in den unteren Extremitäten kann mit folgenden Ursachen zusammenhängen:
 

  • Ein hormonelles Ungleichgewicht
    Das ist die häufigste Ursache. Vielleich kennen Sie das selbst? Einige Tage vor Ihrer Menstruation schwellen Ihre Beine, Ihr Bauch, vielleicht sogar Ihre Arme und Ihr Gesicht an?
  • Eine schlechte venöse oder lymphatische Zirkulation
    Ausgeweitete Venen, Bewegungsmangel und ein schwaches Bindegewebe sind mögliche Erklärungen dafür.
  • Wasserbindende Moleküle
    Es ist Ihnen sicher bekannt, dass Salz und Zucker Wasser binden und zurückhalten. Etwas weniger bekannt sind Proteine, die in Fertiggerichten als Weichmacher in Einsatz kommen. Sie binden Wasser und verbessern die Konsistenz und damit den Geschmack von Lebensmitteln, die sonst durch die industrielle Verarbeitung zu hart oder zu trocken wären. Wenn diese Weichmacher nicht vollständig metabolisiert werden (können), landen sie im interstitiellen Gewebe, wo sie wie Schwämme wirken und Wasser zurückhalten.

 
 

Wie kommt es zu einer Fibrose?

 
Eine Fibrose ist eine Veränderung der Kollagenfasern, welche die Fettzellen in der Unterhaut umhüllen. Die Kollagenfasern sind ein Teil des Bindegewebes. Das Bindegewebe, wie der Name schon sagt, verbindet Zellen und auch ganze Organe in unserem Körper miteinander.
 

So kann Zucker das Kollagen schädigen

Das Kollagen ist ein Protein. Dieses sieht aus wie ein Halsband und jede Perle ist eine Aminosäure. (A)
 
Jede Kollagenfaser ist wie eine Spiralfeder geformt. Dank dieser Struktur können sie unsere Zellen stützen und zusammenhalten. (B)
 
Die Interaktion zwischen Aminosäuren und Zucker-Molekülen (Zucker, der konsumiert wird) verändert die spiralförmige Struktur des Kollagens (C).
 

Fibrose und Cellulite

 
Durch diese Veränderung versteifen die Kollagenfasern, die das Unterhautfett umhüllen. Diese Veränderung nennt man Fibrose. Die fibröse Cellulite ist kompakt und verhärtet. Es ist sehr schwer, sie los zu werden, selbst mit Diät und Sport.
 
 

Welche Cellulite haben Sie?

 
Ein Fachmann oder eine Fachfrau für Cellulite ist in der Lage, schnell zwischen den drei Cellulite-Arten zu unterscheiden. Für Sie, liebe Leserin, ist es vielleicht nicht so einfach. Ich gebe Ihnen hier einige Hinweise, die Ihnen helfen werden Ihre Cellulite zu benennen.
 

Wasserretention

 
Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit ja beantworten, haben Sie wahrscheinlich eine ödematöse Cellulite.

– Haben Sie am Abend geschwollene Füsse und/oder Knöchel?

– Fühlen Sie sich aufgedunsen vor oder während Ihrer Periode?

– Haben Sie bei sich schon eine Gewichtszunahme von mehr als einem Kilo in weniger als 48 Stunden festgestellt?
 

Fibrose

 
Eine fibröse Cellulite lässt sich durch Palpation feststellen. Sie ist hart und kompakt.
 

Adipose

 
Eine adipöse Cellulite ist vorhanden, wenn die Hautfalte, genauer gesagt die Unterhautfalte, stark verdickt ist.
 
Während das Stadium der Cellulite relativ gut zu erkennen ist, ist das Unterscheiden der drei Arten für einen Laien nicht einfach. Wäre es nicht gut, einen Fachmann zu fragen?
 
 

Vorschau.

Nächste Woche widmen wir uns einem wichtigen Thema: dem Sport und der täglichen Bewegung. Sportliche Aktivitäten sind ein wichtiger Baustein in der Behandlung der Cellulite. Bleiben Sie dran!
 
Verwandte Artikel:
 

Cellulite: Was Sie immer wissen wollten!

 
Vorwort
 
Teil 1: Einführung
 
Teil 2: So kommt es zu Cellulite
 
Teil 3: Cellulite ist nicht gleich Cellulite
 
Teil 4: Cellulite und Sport
 
 

2012-03-16T01:00:38+02:0016 Mrz 2012|Cellulite|0 Kommentare

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